Heute möchte ich euch die Sim Pedals Pro vom niederländischen Hersteller Heusinkveld vorstellen und meine Eindrücke mit euch teilen. Viel Spaß beim lesen und nutzt für eure Anregungen und Fragen gerne die Kommentare.

Verpackung & Lieferumfang
Die Pedale kommen gut und sicher verpackt in einem stabilem Pappkarton beim Käufer an. Neben den eigentlichen Pedalen gibt es noch ein Begleitschreiben sowie einige Heusinkveld-Aufkleber mit dazu. Verpackt sind die Pedale zusätzlich in Luftpolsterfolie um diese vor Transportschäden zu schützen.

Zusätzlich zu den Pedalen gibt es noch den USB-Controller, das passende USB-Kabel sowie verschiedene Werkzeuge mit dabei um die Pedale an die eigenen Wünsche anzupassen. Dazu aber später noch einmal mehr.

Verarbeitungsqualität & Design
Die Verarbeitungsqualität der aus Edelstahl gefertigten Pedale ist wirklich überragend und auch bei genauerer Betrachung bestätigt sich dieser Eindruck. In meinem Beispiel habe ich die Variante inklusive Kupplungspedal gekauft, wer dieses nicht benötigt kann bei der Bestellung auch optional ein 2-Pedal-Set in Auftrag geben und so 120€ sparen.

Das sehr technische Design ist sicherlich Geschmackssache, allerdings gefiel mir persönlich die einfache Erreichbarkeit aller Verstellmöglichkeiten und zusammen mit einem Aluminium-Rig wirken die Pedale auch optisch sehr passend.

Um die Pedale später an den PC anschließen zu können, ist der beigliegende USB-Controller notwendig. In diesen werden die Pedale per RJ-Stecker angeschlossen. Zusätzlich kann man dort auch noch weitere Geräte anschließen wie die Heusinkveld Handbremse oder auch Shifter oder ähnliche Peripherie, die nicht über einen eigenen Controller verfügen.

Die Baseplate welche optional erworben werden kann, bietet übrigens auch die Möglichkeit diesen Controller auf der Unterseite zu verschrauben. Somit ist dieser nicht im Blickfeld und trotzdem sicher montiert. Die Kabel der einzelnen Pedale wandern bei dieser Lösung ebenfalls auf die Rückseite der Baseplate. Somit liegt lediglich das entsprechende USB-Kabel frei, welches an den PC angeschlossen wird.

Einbau & Praxiserfahrungen
In meinem Fall habe ich die Heusinkveld Sim Pedals Pro an mein Aluminium-Rig montiert. Ich habe dazu die Baseplate genutzt, welche gleichzeitig auch als Fußablage genutzt wird. Die Montage ist dank der beiliegenden Inbussschrauben sehr einfach. Der Abstand der Pedale ist fast komplett frei wählbar, so habe ich beispielsweise das Kupplungspedal etwas weiter nach links gesetzt. Zusätzlich habe ich das beiliegende Erdungskabel angeschlossen, welches aber normalerweise nur bei Direct Drive-Lenkrädern genutzt werden muss. Dabei wird die eine Seite mit an den USB-Controller angeschlossen und die andere an eines der Pedale.

Theoretisch wäre es auch relativ einfach möglich die Pedale hängend zu montieren, wenn man dies möchte. Ich habe mich in diesem Fall für die klassische, stehende Variante entschieden. Wenn man sich für die Heusinkveld Baseplate entscheidet, hat man zusätzlich die Wahl, ob man gerade oder etwas angewinkelte (15°) Halterungen zur Montage haben möchte. So kann die Position wirklich sehr individuell gestaltet werden. Wichtig ist auch zu wissen, dass aufgrund der maximalen Bremskraft der Loadcell von 55kg ein stabiles Rig benötigt wird. Mit einem einfachen Wheelstand oder ähnlichen Produkten könnte man Probleme mit der Stabilität bekommen.

Nachdem die Pedale nun montiert sind, wollte ich natürlich schnell meine ersten Eindrücke sammeln. Damit dies möglich ist, müssen die Pedale einmal mit der Software DIView kalibriert werden, welches in folgendem Video gut beschrieben wird:

Lediglich in iRacing ist dies nicht notwendig, da iRacing die Kalibrierung selber vornimmt und DIView somit nicht genutzt werden muss. Wer möchte, kann sich so auch entsprechende Deadzones einstellen, um beispielsweise den Fuß leicht auf der Bremse liegen lassen zu können.

Was ist nun genau der Unterschied zwischen Pedalen in dieser Preisklasse und Produkten im niedrigeren Preissegment?
Was mir sofort auffiel, war die Empfindlichkeit der Pedale. Durch die hohe Abtastrate sowie die extreme Empfindlichkeit werden bereits kleinste Berührungen regristriert und entsprechend umgesetzt. Zusätzlich dazu ist das Bremsgefühl wirklich sehr gut gelungen und dank des beiliegenden Zubehörs auch super einstellbar. Wie dies funktioniert, sieht man in diesem Video von Heusinkveld:

Zusätzlich zu der sehr genauen Abtastung der Pedale ist auch das Bremsgefühl dem eines realen Fahrzeuges sehr nahe. Der Bremsweg fühlt sich realistisch an und man hat – wenn man sich einmal an eine Loadcell gewöhnt hat – schnell ein sehr gutes Gefühl dafür wie stark man für die gewollte Bremsleistung “in die Eisen” gehen muss.

Besonders hervorzuheben ist außerdem die sehr gute Oberflächenqualität sowie -haptik der Pedale. Sie sind über jeden Zweifel erhaben.

  • Einrichtung & Montagemöglichkeiten
  • Lieferumfang
  • Preis-/Leistungsverhältnis
  • Verarbeitung
4.8

Kurzfassung

Die Heusinkveld Sim Pedals Pro sind mit 719€ in meiner 3-Pedal-Variante sicherlich nicht günstig. Auch wird dieser Preis so manches Hobbybudget sprengen und auf den ersten Blick übertrieben erscheinen. Aber eins steht fest nachdem man die Pedale selber mal erfühlt, erlebt und erfahren hat: Sie sind meiner Meinung nach jeden Cent wert.

Die Verarbeitungsqualität ist eine echte Wohltat und die zahlreichen Einstellmöglichkeiten gepaart mit dem Bremsgefühl suchen in der Preisklasse seinesgleichen.
Lediglich die Fanatec ClubSport Pedals V3 spielen zusammen mit dem optionalen Dämpfer in einer ähnlichen Liga was das Bremsgefühl angeht. Aber hier kann Fanatec in Punkto Verarbeitungsqualität der niederländischen Firma nicht das Wasser reichen.

Ich persönlich bin wirklich überrascht wie gut mir die Sim Pedals Pro gefallen und freue mich schon drauf, wenn ich demnächst mal meine Füße auf die Heusinkveld Sim Pedals Ultimate legen darf. Wie genau die beiden Modelle sich unterscheiden und ob die Ultimates den saftigen Aufpreis wert sind, werde ich dann gerne mit euch teilen.