Nachdem wir nun seit Mitte Oktober ein Simucube 2 Pro im Einsatz haben, möchten wir heute unsere Erfahrungen dazu mit euch teilen.
Fangen wir damit an, was das Simucube 2 Pro überhaupt ist und welche Modelle es noch so gibt. Als erste möchten wir uns aber bei unserem Partner Virtual Racing Store bedanken für die problemlose Bereitstellung und die Unterstützung von GSR!

Neben der getesteten Pro-Variante gibt es noch eine Sport- sowie Ultimate-Ausführung dieser Direct Drive-Base. Diese unterscheiden sich wie folgt:

Wie man relativ gut erkennen kann, ist vor allem die Sport sowie Pro-Ausführung für den Endverbraucher gedacht. Beide unterscheiden sich hauptsächlich in dem vorhandenen Drehmoment (17nm vs. 25nm) und der Geschwindigkeit von 4,8nm/ms gegenüber 8,0nm/ms bei der Pro-Spezifikation. Dadurch fällt auch der Aufpreis mit grob 200€ relativ gering aus. Die Ultimate-Ausführung ist dann noch einmal stärker mit 32nm, bietet aber auch eine Garantie von 5 Jahren gegenüber der zweijährigen Garantie bei den anderen beiden Modellen und der höheren Geschwindigkeit von 9,5nm/ms. Dafür fällt der Preis mit rund 3.200€ deutlich happiger aus und wird vermutlich primär im professionellen Umfeld bzw. bei Highend-Simulatoren verwendet.

Wir haben uns aufgrund des relativ geringen Aufpreises für das Pro-Modell entschieden, da dies ein wenig mehr Reserven hat. Ein Nachteil vorweg: Leider wird diese Variante mit 2x 280 Watt-Netzteilen betrieben welche ein relativ kurzes Kabel besitzen. Somit ist man hier bei der Montage ein wenig eingeschränkt und es wird eben der Platzbedarf von zwei Netzteilen benötigt. Kommen wir nach dieser kleinen Modellerklärung aber zum Lieferumfang und den Details der Wheelbase.

Verpackung & Lieferumfang
Geliefert wird das System in einem weißen Pappkarton mit Simucube-Logo. Dieser fällt relativ kompakt aus, kommt aber mit allen benötigten Materialien daher.

Zusätzlich zur Wheel Base und den zwei angesprochenen Netzteilen befindet sich noch eine Kurzanleitung in der Verpackung sowie die benötigten Stromkabel sowie der Not-Aus-Schalter. Darüber hinaus gibt es den Pin zur Arretierung des Lenkrades (dazu später mehr) und den Quick Release. Dieser ist nutzbar in zwei verschiedenen Größen um höchstmögliche Kompatibilität zu den Lenkrädern zu gewährleisten. Außerdem ist ein Spacer dabei, welcher etwas mehr Platz einräumt, beispielsweise um den Pin einfach zu befestigen.

Verarbeitungsqualität
Sehr positiv überrascht waren wir von der Qualität der Simucube 2-Base.
Das Gehäuse besteht aus massivem Metall (und bringt somit in der Pro-Variante 11kg auf die Waage) und alle verwendeten Komponenten machen einen sehr soliden Eindruck. Auch die Rückseite und die verbauten Anschlüsse sind optisch und haptisch ansprechend gestaltet worden.

Die vorderen M8-Montagelöcher besitzen übrigens von Haus aus ein Gewinde für eine einfache Montage. Wir haben in unserem Fall die Base von vorne mit dem Sim-Lab P1-X Rig verschraubt und hatten über den gesamten Zeitraum keinerlei Probleme.
Auf der Rückseite kann übrigens auch die Antenne angebracht werden, die dann die Simucube Wireless Wheel (kurz: SWW) Technik ermöglicht. So können kompatible Lenkräder drahtlos betrieben werden, beispielsweise das F28-SC von Martin Ascher. Die Batterielaufzeit selber gibt Simucube mit rund fünf Jahren an.

Die Montage vom Quick Release
Die Montage war in unserem Fall relativ einfach und selbsterklärend. Wir haben dazu einen zweiten Quick Release mitbestellt (kostet aktuell 69€) und dann unser Momo Mod. 30 sowie das kleinere Momo Mod 27/C problemlos montieren können. Passend dazu haben wir uns zwei Halterungen per 3D-Drucker angefertigt um die Lenkräder am Rig zu befestigen. Die benötigte Datei für den 3D-Druck findet ihr bei Thingiverse.

Die Software: Simucube 2 True Drive
Herzstück neben der Technik ist bei einem solchen Produkt natürlich auch die Software. Diese heißt in diesem Fall True Drive und kommt direkt vom Hersteller. Und diese macht ihre Arbeit ziemlich gut!
Fangen wir aber einmal vorne an und schauen, was diese Software so gut macht.

Im ersten Fenster sehen wir die aktuelle Position vom Lenkrad und die optional angeschlossenen Inputs sowie Buttons. Zusätzlich können wir im oberen Bereich den High Torque Mode aktivieren, welcher die gesamte Kraft freischaltet. Dies ist leider bislang bei jedem Start notwendig, soll aber unserem Wissen nach in den nächsten Versionen automatisiert von statten gehen. Vor allem wenn man unerfahrene Leute und/oder Kinder am Lenkrad fahren lässt, sollte man den High Torque Modus vermeiden, da alle drei Modelle über sehr viel Kraft verfügen und unerfahrene Fahrer schnell überfordern könnten. Die Aktivierung des Modus wird übrigens mit einer kleinen Tonfolge quittiert.

Unter dem zweiten Reiter lassen wir die Software nach einem der drahtlosen Lenkrädern suchen um diese zu verbinden. In unserem Fall leider nutzlos, da wir (noch) nicht über ein solches Lenkrad verfügen. Man könnte hier aber auch aktivieren, dass bereits bekannte Lenkräder automatisch verbunden werden. Ansonsten wird auch die Signalstärke, die Verbindung sowie der Batteriestand mitgeteilt.

Der dritte Reiter ist vermutlich mit der wichtigste. In diesem Punkt können wir individuelle Profile für verschiedene Simulationen und/oder Fahrzeugtypen hinterlegen. Diese sind sehr spezifisch einstellbar und wir werden vermutlich ein einem weiteren Artikel ein paar Beispielkonfigurationen mitgeben und euch die verschiedenen Begriffe nahe bringen. Der Wechsel der Profile ist logischerweise auch nebenbei realisierbar, so dass man zum Fahrzeugwechsel nicht die Software oder Base neustarten muss. Auf dem Screenshot seht ihr übrigens unsere allgemeine iRacing-Konfiguration als kleine Inspiration. 😉

Auf der nächsten Seite können wir ein paar grundlegende Einstellungen vornehmen wie die genaue Vorgehensweise vom Bumpstop (also dem Anschlag) und ob wir akustische Hinweise bei bestimmten Ereignissen haben möchten.

Zu guter Letzt gibt es auf der letzten Seite ein paar Infos zu verwendeten Firmwareversion und dem genauen Simucube 2-Modell. Hier können wir bei Bedarf auch Updates durchführen oder die Base komplett zurücksetzen.

Fahreindruck
Kommen wir nun zum letzten aber definitiv wichtigsten Teil, dem Fahreindruck.
Wir müssen dazu sagen, dass vor dem Simucube 2 Pro ein OSW mit 20nm Mige-Motor betrieben wurde und auch bereits Erfahrungen mit den Fanatec DD1 sowie DD2 vorhanden sind.
Auch wenn wir keinen direkten unmittelbaren Vergleich machen konnten, hat uns das Simucube 2 Pro sehr überzeugt. Gegenüber dem OSW (welches etliche Stunden im Einsatz war) fühlt sich das Simucube 2 Pro noch ein wenig besser an. Dies liegt auch mit an der Software, welche es ermöglicht die Base an verschiedene Fahrzeuge anzupassen und auch die Arbeit der Entwickler hat hier Früchte getragen, da eigentlich jeder Titel das Simucube unterstützt und im Normalfall auch entsprechende Profile mitbringt.

Das SC2 Pro hat eine enorme Kraft, welche wir auf keinen Fall dauerhaft ausreizen könnten. Und auch wenn man mit teilweise deutlich reduzierter Kraft unterwegs ist, birgt das SC2 Pro den Vorteil, dass mehr als ausreichend Reserven für entsprechende Effekte wie z.B. das überfahren von besonders hohen Curbs vorhanden sind. Somit bekommt man ein sehr gutes Gefühl für das Fahrzeug. Besonders gelobt werden muss auch der Simucube Quick Release. Er ist sehr einfach zu nutzen und im Zusammenspiel mit dem Pin ergibt sich eine sehr starke und spielfreie Kombination. Egal in welche Richtung, der QR erlaubt kein Spiel und sitzt bombenfest.

  • Preis-Leistung
  • Verpackung & Lieferumfang
  • Verarbeitung
  • Performance
4.6

Kurzfassung

Mit dem Simucube 2 Pro bekommt man eine Direct Drive-Base die seinesgleichen sucht.
Die Verarbeitung ist extrem gut und macht einen sehr wertigen Eindruck. Aber auch das Fahrgefühl in Zusammenarbeit mit dem sehr guten Quick Release konnte uns auf ganzer Linie überzeugen.

Wir können das System jedem empfehlen, der überlegt auf eine DD-Base umzusteigen. Wer bereits ein (älteres) Direct Drive-System besitzt müsste es sich genauer überlegen, allerdings bietet die Software als auch die nochmals gesteigerte Performance des SC2 Pro deutliche Vorteile bei einem Wechsel.

Der Preis von 1.349€ in unserem Fall ist sicherlich kein absolutes Schnäppchen aber durchaus auf Augenhöhe mit anderen DD-Lösungen. Und dazu kommt, dass das Simucube 2 Pro bislang das beste System ist, was wir gefahren sind.

Wer Interesse an dem (oder einem der Schwestermodelle) hat, kann sich diese gerne direkt bei unserem Partner Virtual Racing Store anschauen. Dort bekommt ihr alle Modelle sowie auch das Zubehör zu fairen Konditionen.