Heute möchte ich euch einen kleinen Worklog zu meinem aktuellen Projekt, meinem eigenem SimRacing-Rig vorstellen. Dabei geht es nicht um die genutzte Plattform, sondern zu zeigen, wie man sich ein solches Rig aufbauen kann und so vielleicht den ein oder anderen zu inspirieren.

Die Zeit vor meinem Rig

Nachdem ich vor etlichen Jahren mit Grand Prix 2 und später GTR in die Simracing-Richtung kam, habe ich mir Anfang 2015 einen Speedmaster v2 gekauft und diesen genutzt, um mit meinem Thrustmaster TX meine Runden zu drehen. Später habe ich dort das Rim gegen das Thrustmaster GTE getauscht und immer wieder überlegt, wie ich mein Fahrerlebnis für mich noch angenehmer und realitätstreuer gestalten kann.

Allerdings gab es damals das Problem, dass ich zuerst den Sitz immer wieder ins Wohnzimmer tragen musste. Ich konnte zwar später das Schlafzimmer mitnutzen, allerdings war das auch eher suboptimal und schon recht beengt neben dem Bett.
Da wir auch aus Komfortgründen eine größere Wohnung haben wollten, wurden wir wenige Monate später fündig und sind schlussendlich in eine deutlich größere Wohnung umgezogen. Und schon war der Weg frei für meine Simracing-Ideen.

Die Grundidee

Am Anfang macht man sich natürlich viele Ideen darüber, wie das Rig nachher aussehen soll und welche Wünsche man unbedingt umsetzen möchte.
Da mir durch unseren Umzug ein eigener Raum zur Verfügung stand, war Platz kein Problem mehr und ich wollte gerne den Großteil der Technik zuhause hier unterbringen.

So entschied ich mich, mir einen kleinen Netzwerkschrank von Intellinet (15HE) zu kaufen inklusive einem Einlegeboden, auf den der Router, ein NAS sowie der Mac mini seinen Platz gefunden haben.
Der Schrank hat aus meiner Sicht den Vorteil, dass alle Komponenten sauber an einer Stelle ihren Platz haben und ich mir so mehrere umherstehende Geräte sparen kann.
Das sorgt für einen entsprechend übersichtlichen Aufbau und erleichtert zeitgleich auch die Verkabelung der Komponenten untereinander.

Neben einer 19″-Steckdosenleiste mit Schaltern welche die verschiedenen Geräte an- und abschalten kann, hat auch eine USV sowie der PC und die Xbox One seinen Platz in dem Schrank gefunden.

Die USV (unterbrechungsfreie Stromversorgung) habe ich relativ günstig kaufen können und diese ist dafür da, die gesamte Technik vor Schäden durch Überspannung oder anderen Gefahren über das Stromnetz zu schützen. Somit laufen alle Geräte über diese besagte USV und lässt eben diese auch im Falle eines Stromausfalls über einen Akku laufen, um diese dann vernünftig ausschalten zu können. Sicherlich ist eine solche USV für den privaten Haushalt keine Pflicht, aufgrund des relativ günstigen Anschaffungspreises und dem Wert der Techniik entschied ich mich aber dazu.

Die Hardware

Den PC als Herzstück für das PC-SimRacing möchte ich gerne etwas genauer erklären. Aktuell steckt noch folgende Hardware in dem 19″ Gehäuse mit einer Höhe von 4HE:

AMD FX-8350
Gigabyte GA-990FXA-UD5
8GB RAM
Sapphire R9 290 Tri-X OC Boost

Durch die Kombination von AMD-CPU und ATI-Grafikkarte hatte ich anfangs mit Temperaturproblemen zu kämpfen. Letzendlich habe ich meine Lüfter durch Modelle von Noiseblocker ausgetauscht, welche gute Abhilfe geschaffen haben.

So werkeln in der Front zwei 120mm Lüfter welche kühle Luft über die Festplatten in das Gehäuseinnere pusten. Der CPU-Kühler leitet diese und die entstandene Abwärme dann bis nach hinten zu zwei weiteren Lüftern, die die warme Luft aus dem Gehäuse befördern.
Als besonders leise und trotzdem wirksam haben sich dort die neuen eLoops von Noiseblocker erwiesen. Auch das Entfernen der Lüftergitter an der Gehäuserückseite hat sehr geholfen die Temperaturen in den Griff zu bekommen. Natürlich ist ein solches 19″-Gehäuse in einem Netzwerkschrank eine entsprechende Herausforderung für jede Luftkühlung. Nach etwas ausprobieren und austauschen der Lüfter gegen hochwertige Modelle hat dies aber gut geklappt, ohne die Lautstärke in die Höhe zu treiben.

Als Basis für mein Rig habe ich die bekannten Aluprofile von Motedis genutzt, welche den großen Vorteil haben, individuell angepasst werden zu können. So kann man mit den entsprechenden Winkeln jedes Profil so positionieren, wie es einem gefällt. Auch das Umbauen des vorhandenen Rigs ist schnell erledigt. Ein großer Vorteil gegenüber anderen Lösungen, welche oft nur sehr bedingt erweiter- oder umbaubar sind. Dazu habe ich einen Triplescreen-Halter gekauft.

Der Triple-Screen

Den Beginn machte ein 50″ Plasma als Singlescreen, welcher noch von meiner Frau übergeblieben war, da wir im Wohnzimmer bereits eine andere Lösung gefunden haben.
Zwar war dies für den Anfang nicht verkehrt, aber durch das Alter von ca. sechs Jahren und die dementsprechend alte Technik war die Bildqualität kein Vergleich zu aktuellen LED-Fernsehern.

So habe ich mir inzwischen drei 40″ Sony R45C gekauft um das Triplescreen-Setup aufzubauen. Die Bildschirme sind natürlich kein Vergleich zu dem vorherigem LG Plasmafernseher. Das Bild ist qualitativ sichtbar besser geworden und auch die Abwärmeprobleme der Plasmatechnik gehören so der Vergangenheit an.

Anbei drei kurze zusammengeschnittene Videos des Triplescreens bei der ersten Testfahrt. Wie man sieht war hier noch nicht alles optimal eingestellt.

Die verwendete SimRacing-Hardware

In der Zwischenzeit habe ich übrigens das vorhandene Thrustmaster TX gegen eine Ausstattung von Fanatec getauscht. So habe ich die Fanatec ClubSport Base v2 zusammen mit dem Xbox Universal Hub und dem F1 Rim und den ClubSport Pedals v3 inkusive dem Dämpfer im Einsatz. Als nettes Gimmick habe ich die Heusinkveld Handbremse im Einsatz für entsprechende Rallyspiele.

Ich werde euch in nächster Zeit auch zu diesen Produkten noch entsprechende Reviews schreiben und meine Erfahrungen teilen.

Durch den Einsatz eines USB Hubs kann ich übrigens auch einfach zwischen der Xbox One für Project CARS und Forza Motorsport 6 sowie dem PC für alle anderen Simulationen umschalten.

Was ist als nächstes geplant?

Ich möchte gerne noch SimVibe einsetzen. Dies sind so genannte Körperschallwandler, welcher an der entsprechenden Stelle am Rig Vibrationen erzeugen um so beispielsweise das Überfahren der Curbs zu simulieren.
Zusätzlich möchte ich die Hardware aktualisieren, um auch im Triple-Screen richtig gute Frameraten zu haben. Die vorhandene Hardware kommt hier leider an seine Grenzen. Ansonsten werde ich auch sicherlich an der Kühllösung feilen und noch weiter versuchen, die schon sehr geringe Lautstärke der Technik zu reduzieren.

Wie sind eure Ideen? Habt ihr auch ein Rig oder plant ihr, euch eins zuzulegen?
Gerne versuche ich bei Bedarf auch eure Fragen zu beantworten. 🙂