Beiträge von Kevin Sommer

    Zusammenfassung:

    Design: 9/10

    Aufbau: 8/10

    Anpassbarkeit (Sitzposition, Bildschirm, usw): 10/10

    Comfort: 12/10

    Erweiterbarkeit: 4/10


    Vorteile

    Neutral

    Nachteile

    Design

    Stabilität (Monitor Mount)

    Kostspielig

    Comfort

    Geräuschentwicklung beim Fahren

    Erweiterbarkeit

    Sitzposition

    Ein- und Aussteigen


    Anpassbarkeit

    Größe 200x60x89 (LxBxH)


    Kompatibilität

    Eingewöhnungszeit


    Support/Kontakt




    Einleitung

    Ich besaß ein Motedis S-Dream mit inzwischen sehr vielen Erweiterungen und Spielereien (weiterer Monitor, LEDs hier, LEDs da, Ablage für Tastatur und Maus und alles was einem noch so einfallen könnte) in dem man stundenlang fahren und sitzen konnte ohne irgendwelche Probleme. Bis es soweit war dass Sitzposition und Co. gepasst hat sind viele Tage ins Land gegangen.

    Warum also alles über den Haufen schmeißen und ein neues Rig kaufen?

    Ganz einfach, mich hat die „F1 Sitzposition“ schon lange interessiert (danke an Instagram an dieser Stelle, euer Algorithmus funktioniert).

    Holz? HPL!

    Aus was besteht das OP Formula Rig? Auf den ersten Blick sieht es nach einer Art Holz aus, es handelt sich aber um HPL. HPL ist ein sehr robustes und unempfindliches Material.

    HPL steht für High Pressure Laminate, es ist also unter Hochdruck verpresstes Laminat.

    Zur Herstellung von HPL werden mehrere Papierschichten in Melaminharz getränkt. Durch das Harz entsteht nach dem Aushärten ein duroplastischer Kunststoff.

    Für interessierte gibt es hier noch mehr Infos: https://www.garten-und-freizeit.de/magazin/hpl

    Bestellung, Vorlauf, Lieferzeit und Versand

    Der Shop ist sehr übersichtlich und bietet alle gängigen Zahlungsmöglichkeiten, der Versand nach DE erfolgt mit GLS.

    Vorbestellt habe ich das OP Formula Rig incl. OP Single Monitor Mount sowie dem OP Electric Pedal Adjuster am 07.03. Wichtig: Habt ihr eine Simucube2 Sport/Pro oder Ultimate benötigt ihr einen Adapter. Leider war dieser nicht im Shop zu finden, aber eine Kurze Mail hat gereicht. Angegebener Auslieferungstermin war April. Das wurde auch eingehalten, es wurde sogar bereits am 31.03. versendet.

    Die Lieferzeit stellte sich allerdings etwas länger als erwartet heraus, da kann man OverPower aber natürlich keine Schuld für geben. Erhalten habe ich die 5 Pakete mit einem Gesamtgewicht von ca. 70kg nämlich erst am 12.04. Und das in einem teilweise sehr sehr schlechtem Zustand. Grüße gehen raus an GLS an dieser Stelle!


    Leider wurden auch die Seitenteile in Mitleidenschaft gezogen. Diese wollte OverPower Anstandslos austauschen. Das habe ich allerdings abgelehnt, da die Beschädigungen für mich in einem ertragbaren Rahmen sind und ich die „alten“ Teile sonst hätte entsorgen müssen was in meinen Augen Verschwendung gewesen wäre.



    Qualität und Aussehen

    Mein Rig kommt in einer speziellen GSR Folierung welche in meinen Augen seinesgleichen sucht. Die Qualität ist absolut on Point, mir sind keine Artefakte, Fehler oder sonstiges aufgefallen. Aber Bilder sagen mehr aus als Worte:

    3D Druck

    Einige Teile des Rigs sind im 3D Druck verfahren gefertigt. Ich betreibe dies selbst als Hobby, kann also aus Erfahrung sagen, dass 3D gedruckte Teile durchaus äußerst stabil sind.

    Allerdings wäre ich als jemand der sich mit dem Thema nicht auskennt sehr sehr skeptisch. Hier wäre ein Hinweis auf der Website wünschenswert. 3D gedruckt sind die Halterungen für die Schaumstoffmatte des Sitzes sowie die Verbindung des Motors zur Pedaleinheit. Die Teile sind sehr stabil und sehr schön gedruckt.

    Aufbau

    Vorab: Ihr benötigt VIEL Platz beim Aufbau. Der Aufbau ist sehr detailliert und Schritt für Schritt in der jeweiligen Anleitung dokumentiert. Leider sind diese nur online verfügbar, eine gedruckte Version wäre schön gewesen damit man nicht immer zum PC laufen muss. Notebook oder Tablet sind hier also hilfreich.

    Jedes Teil des Rigs ist einem separatem Karton verpackt. Allerdings war das für mich nicht ersichtlich, hier wäre eine Beschriftung auf dem Karton oder ein Hinweis in der Anleitung hilfreich gewesen. Da ich aber sowas in der Art geahnt habe, habe ich den Inhalt der Kartons mehr oder weniger getrennt voneinander ausgelegt. Jede Schraube, Mutter, Unterlegscheibe, usw. war in einem beschrifteten Beutel verpackt, sehr sehr gut! Es ist quasi nicht möglich Teile nicht zu finden. (Dies sind nur Beispielbilder, es war wirklich jedes einzelne Teil gut beschriftet verpackt :) )


    Das Rig an sich besteht aus zwei Teilen (Sitzeinheit + Vorderes Teil mit Pedaleinheit, Wheel Halterung sowie Monitorhalterung) , die am Ende mit einer Art Schnellverschluss miteinander verbunden werden. Ich war zuerst etwas skeptisch aber die Verbindung ist bombenfest und es bewegt sich nichts.


    Einige „Design“-Entscheidungen haben mir allerdings nicht gefallen und werden hoffentlich noch in neueren Revisionen überarbeitet.

    Die Befestigung der Querstrebe der Pedaleinheit an der später der Motor befestigt wird erfolgt mittels Nutensteinen. Aber ohne Nut. Man muss sie also umständlich mit einer Zange oder ähnlichem festhalten um sie richtig fest zu bekommen. Hier wären normale (selbstsichernde) Muttern definitiv die bessere Wahl gewesen.


    Des Weiteren wurden mir für den Motor falsche Aluwinkel geliefert, sodass ich sie etwas „bearbeiten“ musste. Dies war kein Problem, allerdings ein wenig ärgerlich.


    Anpassbarkeit

    Der Sitz

    Der Sitz besteht aus einem Neopren Kissen mit Stoffbezug. Dieser wird auf eine Plastikunterlage in das montierte Gestell gelegt und mittels der 3D gedruckten Sitzhalterung befestigt.

    Und genau das ist einer der riesengroßen Vorteile des Rigs. Nahezu jede Querstrebe unter dem Sitz lässt sich stufenlos verstellen um sicherzustellen dass man auch nach stundenlangem fahren keine Rückenschmerzen bekommt. Selbst nach einem 2h Stint hatte ich nicht den Hauch eines Problems mit dem Rücken. Natürlich braucht es auch hier etwas Zeit bis man die "perfekte" Position gefunden hat.

    An den Seiten des Sitzes werden dann noch zwei Griffe befestigt um das Ein- und Aussteigen etwas zu erleichtern. Ich krabbel in das Rig indem ich mich auf den Sitz stelle (hält er ganz locker aus!), die Beine nach vorn Richtung Pedale strecke und mich an den Griffen nach unten rutschen lasse. Hört sich komisch an, ist aber am einfachsten :)


    Monitor und Wheelbase

    Monitor sowie Wheelbase lassen sich in alle nötigen Richtungen anpassen. Ebenso der Winkel ist bei beiden mehr oder weniger Stufenlos zu verstellen. Dies ist bei so einem Rig in meinen Augen besonders wichtig, da die Sitzposition "speziell" ist ;)

    Pedale

    Ebenso die Pedale sind in Höhe, Winkel und Abstand frei verstellbar. Ich habe mich nicht lumpen lassen und habe mir die elektrische Pedalverstellung gegönnt.

    Damit ist es möglich die Pedale per Knopfdruck nach vorn und hinten zu verstellen, ohne aufstehen zu müssen. Die Anschaffung ist recht teuer, aber in meinen Augen war sie es wert. Jeder der schon einmal in seinem Rig die "perfekte" Pedalposition gesucht hat, weiß wovon ich rede.


    Erweiterbarkeit

    In der Zusammenfassung habe ich die Erweiterbarkeit als negativen Punkt aufgeführt. Wenn man auf der Website das Zubehör anschaut ist es doch sehr üppig. Es gibt folgende Erweiterungen für das Rig:

    Single Monitor Mount, Tripple Monitor Mount, Shifter & Handbrake Mount Set, den Electric Pedal Adjuster sowie einen Child Seat.

    Allerdings sind alle diese Teile im Verhältnis zu "normalen" Alu-Rigs recht kostspielig und aufgrund der Bauweise sowie gewählten Materialien nicht einfach "nachzubauen" wie es üblich ist.

    Ebenso ist es knifflig das übliche SimRacing Zubehör unterzubringen wie Not-Aus fürs Lenkrad, Streamdeck, Buttonbox, iFlag, Dashboard/Handy und/oder Tablet. Denn es fehlen schlichtweg die Befestigungsmöglichkeiten.

    Darüber sollte man sich im klaren sein. Wenn man aber nicht zwei linke Hände mit jeweils 5 Daumen hat wird man es schaffen auch dieses Zubehör unterzubringen.

    Meinen Not-Aus habe ich geöffnet, ein kleines Loch ins Gehäuse gebohrt und seitlich am Rig mit einer vorhandenen Schraube befestigt. Ebenso den Getränkehalter. Funktioniert einwandfrei und sieht aus wie vorgesehen. Beides ist perfekt mit der linken Hand zu erreichen :)


    Mein Tablet habe ich mit einer Wandhalterung für einen Monitor befestigt.


    Kabelmanagement

    Kabelmanagement in diesem Rig funktioniert einfach perfekt. Zuerst war ich etwas skeptisch, da keinerlei Vorbereitungen für Kabelkanäle oder sonstiges vorhanden sind. Aber auch das ist kein Problem, weil man sämtliche Kabel, Netzteile und was noch so alles anfällt im leeren Raum unter dem Sitz verstauen kann :)

    Verbaute Hardware

    Ich habe folgendes im OP Formula verbaut:

    Heusinkveld Sprint

    SimuCube 2 Pro

    Ascher F64 USB v2

    ASUS XG49VQ 49“ Ultrawide

    Elgato Streamdeck

    Tablet


    Fazit

    Ich fahre mit dem Rig nun seit knapp 3 Monaten. Zu Beginn war ich etwas hin und her gerissen, was Design und Sitzposition angeht. Denn durch die neue Sitzposition und dem daraus resultierendem anderen Abstand zum Monitor und somit FOV musste ich gefühlt jeden Bremspunkt auf jeder Strecke neu lernen.

    Aber ~500 iRating und mehrere Anpassungen später, würde ich das Teil nicht mehr hergeben. Man liegt super bequem und ich bin gefühlt noch fokussierter als im alten Rig weil man das Gefühl hat im Wagen zu sein. Sowas ist immer schwer zu beschreiben und sehr subjektiv, aber wenn ihr die Möglichkeit habt so ein Teil zu testen, lasst sie euch nicht entgehen (SimExpo? :) ).

    Was ich aber definitiv dazu sagen muss ist, dass man sich und dem Körper viel Zeit geben muss sich an das Rig zu gewöhnen. Ich hatte zu beginn sehr große Probleme mit den Pedalen weil ich nach kürzester Zeit schmerzen in den Beinen bekommen habe durch die Sitzposition. Aber nach ein paar sehr guten Tips vom Entwickler des genialen Rigs habe ich eine sehr angenehme Position für die Beine sowie Pedale gefunden.

    Was ich als neutral bewerten würde ist die Lautstärke des Rigs. Da der Korpus aus HPL besteht und dieser bei mir auch noch auf einer Arbeitsplatte steht, wirkt das Komplette Rig als Klangkörper. Die eh schon sehr lauten Ascher Shifter werden dadurch nun noch deutlich lauter. Allerdings ist das keinesfalls störend für die Familie, solange sie nicht im gleichen Raum sitzt ;) - und wenn man sein Mikro am Headset richtig einstellt, hören die Mates im Discord die Shifter natürlich auch nicht.


    Würde ich das Rig weiterempfehlen? Für Anfänger: Nein, da es a) sehr kostspielig ist und b) man doch sehr viel Zeit braucht sich dran zu gewöhnen und dazu noch die Erweiterbarkeit etwas eingeschränkt ist.

    Aber Enthusiasten empfehle ich das Teil uneingeschränkt wenn man weiß auf was man sich einlässt!



    Ich hoffe das Review hilft bei der ein oder anderen Kaufentscheidung :)